Vier Hochzeiten und ein Musical

Probenblog zur Produktion der Bayerischen Theaterakademie August Everding

Kontext „Roaring Twenties“ #1: Flapper und Charleston

In dem Augenblick, als unser Mann im Sessel die Schallplatte seines Lieblingsmusicals „The Drowsy Chaperone“ aus dem Jahr 1928 auflegt, verwandelt sich seine Wohnung in einen Schauplatz der „Roaring Twenties“. Wir finden uns wieder in einer Welt dekadenter Feiern, wilder Tänze und opulenter Shows. In unserer ersten Ausgabe von Kontext „Roaring Twenties“ werfen wir einen Blick auf die Flapper Girls sowie den Modetanz Charleston.


In den 1920er Jahren ging eine Welle der Emanzipation durch die Vereinigten Staaten von Amerika: Frauen wurde nun in allen US-Staaten das Wahlrecht zuteil und die jüngere Generation begann, sich mehr und mehr von den Konventionen ihrer Eltern zu lösen. Ein neuer Typus junger, selbstbewusster Frauen entstand, die man von nun an als „Flapper“ bezeichnete. Zum Leidwesen konservativer Gesellschaftskreise provozierten diese Flapper Girls mit ihren knappen Röcken, ihrem kurz geschnittenen Haar und ihrem auffälligen Make-up. Die jungen Frauen taten es ihren männlichen Gefährten nun gleich und besuchten ebenfalls Jazzclubs, wo sie Zigaretten rauchten und der Prohibition trotzten.

Das Verhalten der Flapper schockierte gleichermaßen wie der Modetanz der 1920er Jahre – der „Charleston“. Startschuss für den Siegeszug dieses Tanzes war eine Broadwayshow aus dem Jahr 1923, die ihn in den USA über Nacht populär machte. Die schnellen, ekstatischen Bewegungen des Charleston spalteten die Gemüter: Von den einen skandalisiert, von den anderen als gesellschaftsfähiger Tanz etabliert, wurde der Charleston über die Grenzen der USA hinaus auch in Europa bekannt. Hier wurde er insbesondere durch die ikonische Tänzerin und Darstellerin Josephine Baker verbreitet.

Josephine Baker tanzt Charleston. (Bildnachweis: Walery, French, 1863-1935 (http://estonia.usembassy.gov/) [Public domain], via Wikimedia Commons)

Josephine Baker tanzt Charleston.
(Bildnachweis: Walery, French, 1863-1935 (http://estonia.usembassy.gov/) [Public domain], via Wikimedia Commons)

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Dieser Eintrag wurde am 11. Februar 2015 von veröffentlicht.
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